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W126 - Jetzt kaufen - Für Idioten einfach zu schade

Das Bild ist nicht gestreckt.... Eine S-Klasse von 1980 war nicht kleiner als ein Modell der gegenwart

Die S-Klasse gilt stets als der ultimative Olymp deutschen Automobilbaus. Für keinen Youngtimer kann dieses Prädikat mehr gelten, als für den von 1979 bis 1991 gebauten größten Daimler der Zeit.
Die intern als Baureihe W126 bezeichnete Baureihe löste 1979 den mit der doppelten Chromstoßstange ausgestatteten W116 ab, der die erste echte reine S-Klasse von Mercedes war. Sein Nachfolger besticht durch ein bis heute zeitgemäß diskretes Erscheinungsbild bei der gleichzeitigen Untermauerung des Anspruches von Luxus. Der 1991er Nachfolger W140 konnte hier ob seiner Protzigkeit nicht mithalten und floppte enorm, da zahlreiche potentielle Kunden einfach ihren W126 behielten.

Heute führt die Beliebtheit und lange Zeit der guten Pflege, die diese Autos erhielten, zu einer ausgezeichneten Marktlage mit einem sehr breiten Angebot.

Zeigenössisches Promotion-Photo für den 380SE - eine heute unvorstellbare Farbe für ein Oberklasse-Auto

Hinzu kommt, dass zahlreiche Modelle der Serie auch heute noch zu fairen Preisen in einem exzellenten Zustand zu haben sind, zahlreiche Exemplare heute gar noch aus erster Hand zu bekommen sind.
Die ersten Exemplare des großen Wagens gibt der Markt ab etwa 1500€ her - seltsamer Weise sind hier bereits einige ehrliche und beachtenswerte Angebote darunter zu finden, auch wenn der Preis für den gebotenen Luxus dieser Oberklasselimousine geradezu lächerlich erscheinen mag.
Klar sein sollte dennoch: anfallende Reparaturen an Getriebe oder Motor überschreiten schon mal schnell das 3Fache des Anschaffungspreises in diesen Regionen.

Dennoch gilt: die verwendeten Materialien und die in diesen Jahren an den Tag gelegte Verarbeitung garantieren dem Wagen ein langes Leben - eines zudem, dass im Regelfalle auch vom großen Feind Rost recht unbeleckt bleibt - Spätfolgen der Tatsache, dass diese Fahrzeuge im Regelfalle tagsüber in Firmentiefgaragen, nachts in wohlig geheizten Garagen von Einfamilienhäusern gewohnt haben.
Richtig gute Exemplare sind um 2500-4000€ zu bekommen und häufig sogar deutlich billiger und besser als der kleine Bruder W123, da die angenommenen hohen Unterhaltskosten den Wagen leicht außerhalb des Fokus' des Gebrauchtwagenmarktes stellen. Dennoch gilt auch hier generell Vorsicht:Alles, was man mit krimineller Energie erfinden kann, um die Preise hochzutreiben, passiert auch bei diesen Autos. Ein Wagen ohne Scheckheft ist deshalb eigentlich immer verdächtig - Erst- und Zweitbesitzer der W126er Reihe gelten als penibel und reich - entweder waren also die späteren Besitzer schlampig, was gleichbedeutend mit FINGER WEG ist - oder aber: bereits die Erstbesitzer hatten hohe Laufleistungen zu verbergen und haben manipuliert - keine Seltenheit.

Zeitlos repräsentativ: 300SE von 1987

Sehr verdächtig ebenfalls: Modelle, die in zweiter Hand kurze Zeit in Belgien oder den Niederlanden gelaufen sind und anschließend wieder in Deutschland - das ist ein absolut todsicheres Zeichen für kaschierte Unfälle mit Techniken, die in Deutschland schon seit den 50er Jahren verboten sind. Häufig wurden hier beispielsweise ein Wagen mit großem Schaden an der Front einfach an die lebendigen Teile eines Wagens mit teurem Heckschaden geschweißt.

Bei Modellen der Marke Mercedes ist alles möglich, da die Wagen von Beginn an begehrt und teuer waren. Selbst der Einbau neuer Lenkräder ist relativ verbreitet, um geringe Tacholeistungen glaubwürdiger erscheinen zu lassen - der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Die Motorisierunge reichten vom 6Zylindrigen 280SE, später 260SE mit Leistungen um 160/180PS bis hinauf zum 560SE / SEL mit 272 PS. Auffällig ist dabei, dass schon die kleineren Modelle keineswegs als untermotorisiert gelten müssen - im Gegenteil: die 6Zylinder sind drehfreudig und harmonieren hervorragend mit der meist montierten Automatik, der man schon ob der eigentümlichen Fußfeststellbremse von Daimler benz den Vorzug geben sollte - auch jedoch, weil sie deutlich besser zum Gesamtcharakter des Fahrzeugs passen.

Der 560er ist eigentlich übertrieben und aufgrund seiner geringen Verbreitung auch überteuert.
Die besten Modelle sind die nach dem kleinen Facelift [1985], erkennbar an der glatten Seitenbeplankung. Das beste Modell innerhalb dieser Serie war fraglos der 420SE bzw. SEL mit 204, ab 1987 schließlich sogar 224 PS. Alternativ auch der 300SE. Gute Exemplare, von denen es noch ausreichend gibt, kosten hier bis rund 12.000 Euro, sind dann aber auch ebenso gut wie ein Neuwagen und auch mit den wichtigsten Sicherheitsfeatures wie Airbags und ABS ausgestattet, die in den 80ern in dieser Klasse bereits eine ebenso hohe Durchsetzung hatten wie Klimaanlagen oder Leder und natürlich Automatik, die für die 8zylindrigen S-Modelle ohnehin die einzige Getriebe-Option war.

Die Liste denkbarer Mängel ist bei einem Auto mit so komplexer Technik denkbar lang. Häufig sind:

  • Rost an den Türunterkanten bzw. den Schwellern [SEL]
  • verschlissene Bremsanlagen, ungleichmäßige Bremswirkung
  • defekte Feststellbremsen
  • Undichtigkeiten am Automatikgetriebe
  • Defekte an der Lenkung
    Grundsätzlich sind die SEL-Modelle nicht, wie man erwarten könnte, besser erhalten als die "kleineren" S-Klassen - sie sind nur deutlich unhandlicher, vor allem beim Rangieren fallen die 14 Mehr-Centimeter schon mal auf...
    Wer sich in den 126er verliebt, sollte vorher einen genauen Check seiner Finanzen durchführen, da bei einem Auto, dass auch vor 20 Jahren schon imstande war, die Grenze 6stelliger Anschaffungspreise zu durchstoßen, auch beispielsweise im Bereich von Versicherung und Wartung größere Summen auf die Besitzer zukommen als im Falle eine Golfs fürs gleiche Geld.
    Dennoch st der Mercedes W126 auch aus wirtschaftlicher Sicht eine interessante Alternative - Wertverlust ist kein Thema mehr und der Komfort liegt auf zeitgemäßem Niveau
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