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Spätes Mexico-Modell, erkennbar an den Blinkern in der Stoßstange Früher galt er als die Inkarnation des Robusten, dannn galt er eine ganz lange Zeit [ungerechtfertigter Weise] als sehr gutes Anfänger- und Einsteigerauto. Im Anschluss folgte noch eine Zeit als ideales Studentenauto, da die Ersatzteilversorgung vom Schrottplatz ebenso sichergestellt war, wie die Option, selbst als totaler Auto-Laie größere Reparaturen einfach selbst durchführen zu können.
Von zahlreichen Komponenten dieser Images zehrt der Käfer auch heute noch - jedoch: die Zeiten sind wirklich vorbei.
Für die Idee, einen Käfer als alltäglichen Youngtimer zu fahren, spricht heutzutage nichts, aber auch nicht mehr das geringste.
Einerseits fällt der Käfer durch extrem unzeitgemäßes Fahrverhalten auf. Selbst, wenn die Bremsen neu sind, quietschen sie im Regelfalle mehr, als dass sie Anstalten zeigte, den Wagen zum Stehen zu bringen.
Ja, Kinder, früher baute man den Motor manchmal auch an der anderen Seite des Wagens ein...
Der Motor ist unverschämt laut, langsam und verbraucht zu allem Überfluss, selbst in der zahmen und späten 34PS-Version grundsätzlich nie unter 9,5 Litern, 11 sind hier eher die Regel. Die Endgeschwindigkeit liegt selbst bei den kräftigeren Modellen aus den mittleren 70er Jahren beim besten Willen nicht auf der Höhe der Zeit - 115 KM/H der "Spar"-Modelle mit 34PS, wie sie noch bis Mitte der 80er Jahre aus Brasilien und Mexiko importiert wurden, reichen heute kaum noch, um mit den 30Tonern auf der rechten Spur mitzuhalten.
Hinzu kommt: die gutem Exemplare sind längst in Sammlerhand und regelrecht bizarr teuer - Preise bis 3000 Euro sind unter Freaks keine Seltenheit, da der Käfer eine ähnliche Fangemeinde hat, wie der Volvo 240, die diese Preise zahlen.
Die Preise für das Cabrio, ob Original oder Umbau, derer es zahlreiche gibt, sind längst vollkommen eskaliert. Hier ist zudem ein erschwerender Faktor, dass zahlreiche der Umbauten zu Cabrios mit Hilfe von Bausätzen von totalen Laien durchgeführt worden sind und in der Karosseriesteifigkeit häufig keinesfalls überzeuge können.
Ein Modell der 70er [1302] - hier sitzen die vorderen Blinker noch auf dem Kotflügel und erleichtern das Rangieren mit dem unübersichtlichen Wagen
Die Liste der klassischen Mängel ist so lang wie die Bauzeit des Käfers:
  • Rost überall - Bodenbleche, Falznähte, Halterungen, Aufhängungen, Hinterachse, Trittbretter.
  • Durchschimmelungen im zweiten Kofferraum hinter der Rückbank
  • Ölundichtigkeiten und Fehlluft
  • Defekte an Vergasern und Zündung [leicht zu beheben]
    Da der Käfer zudem für die Hardcore-Abdichtung seiner Karosserie bekannt ist, was noch einmal in verstärktem Masse für die späten Mexico-Modelle gilt [erkennbar an den Pepita-Sitzen], neigt der Wagen zu Rost- und Schimmelansätzen im gesamten Inneraum und sollte daher im Frühjahr immer einmal 2 - 3 Tage gescheit in einer trockenen Garage mit offenen Fenstern ausgelüftet werden.
    Da dieser Ratschlag eigentlich von niemandem beherzigt wird, gilt obiges Gesamturteil: Mit dem Käfer kann man heute eigentlich keinen guten Youngtimer mehr erwerben. Zudem blickt dem auch eigentlich keiner hinterher - da kann man fürs selbe Geld spektakulärere Mobile mit höherem Aufmerksamkeitswerk erwerben, die zudem zeitgemäßer daherkommen, als der VW, dessen Konstruktion nun mal wirklich noch aufs dritte Reich zurückgeht und sich auch heute so fährt.
    Wer den Wagen denoch schätzt, sollte sich bei einem der Importeure nach eine neuen Modell umsehen - die sind zwar nicht über die Massen billig, verfügen aber endlich über zeitgemäße Abgastechnologien und vor allem Bremsen, die diesen Namen verdienen...

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