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Kaufberatung > VW Volkswagen > Golf I |
VW tat Mitte der 70er Jahre immer gerne so, als seien sie der Erfinder des Kompaktwagens gewesen, als sie 1974 den Golf I auf den Markt warfen. Das war natürlich vollkommener Blödsinn - speziell unsere südlichen Nachbarländer wie Italien und Frankreich fuhren schon lange mit Fahrzeugen dieser Größe und variablem Ladesystem inklusive großer Heckklappe durch die Lande. Der Golf I ist aufgrund seiner überschaubaren wie zuverlässigen Konzeption und Konstruktion dennoch bis heute ein guter Tip geblieben. Dank des quer eingebauten Motors und des Fronantriebes wies der Golf für damalige Verhältnisse einen durchaus anständigen Innentraum auf, zudem glänzte er durch die Kombination mit negativem Lenkrollradius durch ein absolut Narrensicheres Fahrverhalten. Selbst die kleinste Motorisierung mit 50 PS aus 1,1 Litern Hubraum macht den Wagen dank seines geringen Gewichtes von rund 700 Kilogramm bis heute zu einem spritzigen Wagen - die beste Motorisierung ist, wie auch im größtenteils baugleichen Jetta, die 1,5 Liter-Motorisierung mit 70PS, die es im Golf zwischen 1978 und 1983, also dem Ende der Bauzeit gab. Diesen Motor gab es auch in einer Kombination mit Automatikgetriebe, das den Golf 1 zu einem Albtraum werden lässt. Leider sind gerade die Wagen mit Automatik häufig von freundlichen Rentnern gefahren worden und in einem sehr guten Zustand. Der Häüptling der ersten Golf-Reihe war ab 1976 der Golf GTI mit zunächst 1,6 Litern und 110 PS, im letzten Baujahr schließlich 1,8 Liter und 112 PS. Der GTI, gekennzeichnet stets durch zeitgenössische Kriegsbemalung mit Ralleystreifen an der Seite und schwarz umrandeter Heckscheibe, ist fraglos ein Fahrerlebnis der besonderen Art - durch sein Fliegengewicht in Paarung mit dem Drehfreudigen Motor und der satten Leistung ist der Wagen eine Art GoCart aus heutiger Sicht. Leider jedoch sind natürlich speziell diese Exemplare im Regelfall ziemlich verbraten, getuned, verspoiler, verheizt... Alle anderen Golf sind, speziell ab dem kleinen Facelift von 1980, erkennbar am Jetta-Armaturenbrett und deutlich breiteren Rückleuchten, derzeit einer der besten Tips aus dem bereich Alltags-Youngtimer. Die Teile sind nach wie vor überall zu bekommen und zudem auch noch zu günstigen Preisen verfügbar. Die späteren Modell weisen dabei eine deutlich bessere Rostvorsorge auf - Modelle vor 80 sind da schlechter, die vor 77 sind hier eher eine Katastrophe, dafür aber auch in diesem bereich mit überschaubarem Aufwand zu reparieren. Die klassischen Mängel sind:Rost unterhalb der Frontscheibe und in Höhe der Wagenheberaufnahme hintenSchwellerrost [bis 77] verschlissene Achswellen und Manschettenmaroder Endtopf [speziell bei der 70PS-Variante]Undichtigkeiten am Zylinderkopf [50&60PS-Modell] nur wenige dieser Mängel gehen wirklich ins Geld. Die einzige aus heutiger Sicht noch teure Operation ist der Tausch der Einspritzanlage beim GTI, die schon mal 1,5 Tausender verschlingen kann.
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