Als der 7er Volvo 1982 auf den Markt kam, sollte er eigentlich binnen eines Jahres den 240er ablösen, der zu dieser Zeit auch bereits ein sattes Jahrzehnt auf dem Markt war.
Diese Idee fand bei der Fan-Gemeinde nur wenig Anklang: Das Design des 7ers galt - vor allem in der Stufenheck-Version mit seiner Abrisskante am Dach als zu amerikanisch. Eine schwedische Zeitung schrieb damals, der Wagen sehe aus, wie mit Donars Beil geformt, was ebenso wahr ist, wie es dem Wagen aus heutiger Sicht einen erstaunlichen Kult-Charakter verleiht.
Ganz gleich, wo man sich mit dem Wagen blicken lässt - man erntet immer dieselben positiven Reaktionen. Positiv kommt hier hinzu, dass der Wagen grundsätzlich aufgrund seiner stattlichen Erscheinung als deutlich teuerer eingeschätzt wird, als er im Regelfalle tatsächlich ist. Speziell die Limousinen sind nach wie vor zu fairen Preisen zu bekommen - ein 244er desselben Baujahres ist immer schnell doppelt so teuer. Bei günstigen Exemplaren, die ein wenig Arbeit benötigen, sind Preise ab 800 € drin - die Kombis hingegen sind beinahe ebenso teuer, wie die der 240/260er-Serie.

Im Gegensatz zum 2er gilt für den 7er: die Sechszylinder-Modelle sind nur unwesentlich teurer, häufig jedoch bedeutend besser ausgestattet - Leder und Automatik haben hier eine hohe Verbreitung.
Wie auch der 2er und der spätere 9er wurde der 7er im Regelfalle gezielt von Vielfahrern gekauft - Tachostände deutlich jenseits der 300.000 sind daher keine Seltenheit, 200.000 eher die Regel. Angst machen muss das nicht - speziell die Vierzylindermodelle halten das aus, zumal die 7er Volvos im Regelfalle eine deutlich bessere Wartung und Pflege erfahren haben, als die 240er-Serie.
Selbst die Kombis befinden sich auch heute noch häufig in sehr gutem Zustand und dies zu - wie gesagt - günstigeren Preisen als beim 240er.
Typische Schwachstellen:
Leichter Ölverlust am Getriebe
Kantenrost
nicht funktionsfähige Turbolader
Ohnehin sind die Turbomodelle auf dem Papier zwar tolle Autos, vor allem durch ihr hohes Drehmoment begeistern sie speziell in der Verbindung mit den weich schaltenden Automatikgetrieben und im Zugbetrieb, dennoch erweisen sie sich aufgrund der thermischen Belastung als weniger Haltbar - bei frühen Modellen ist der Tod durch schlichte spontane Zersetzung mechanischer Teile durchaus verbreitet.

Wirtschaftlich gesehen kann man den Volvo jedoch aufgrund seiner hohen mechanischen Solidität und seines geringen Wertverlustes der älteren Modelle dennoch wärmsten Herzens empfehlen. Die Ersatzteile sind derzeit vor allem durch die gute Zweite-Hand-Situation noch zu fairen Preisen zu bekommen.
Darüber hinaus gilt auch hier: mit der zunehmenden 07er-Tauglichkeit ziehen die Preise langsam aber ganz ganz sicher an und werden bald auch bei den Modellen mit 300.000 Kilometern und mehr die Regionen erreichen, in denen sie sich beim 240er längst bewegen.
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