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Kaufberatung > Opel > Senator |
Aus Marketing-Sicht darf der Senator als Produkt vollkommener geistiger Umnachtung gelten - was ihn eines Tages sicherlich zu einem gefragten Sammlerobjekt machen dürfte.
Einerseits sollte der Wagen die riesigen und Statusträchtigen Diplomat ablösen, der bis 1977 auf dem Markt war und immerhin von einem 5,4 Liter US-V8 befeuert wurde - andererseits erkannte jedes Kind die optische wie technische Verwandtschaft der Repräsentations-Limousine zum Brot-und-Butter-Wagen Rekord.
Der einzige echte Unterschied lag in der deutlich gediegeneren 6zylindrigen Motorisierung mit 150 bis 180PS, die den Wagen wirklich zu einem ziemlichen Prügel und Linksspur-Auto auf den deutschen Autobahnen der späten 70er machten. Darüber hinaus war das Fahrwerk des Senator allen Herausforderungen der höheren Leistung gewachsen - der Wagen machte einfach Spass.
Die bekanten Mängel sind allesamt unkritisch:
Rost hier und da an unkritischen Stellen
Ausgeschlagene Radlager [nur bei den 180PS-Modellen der ersten Generation]
ungleichmäßig ziehende Bremsen
leichte Neigung zu Marderbissen und porösen Benzinleitungen.
Letzteres klingt zunächst schlimmer, als es wirklich ist - die porösen Benzinleitung stinken bis in den Innenraum und können von jedem Laien fehlerfrei und unzweifelhaft diagnostiziert werden, lange, bevor etwas ernsthaftes passiert. Der Ersatz der Leitungen ist - zumindest bei den Vergasermodellen - kinderleicht. Die Marder gehen im Regelfall gegen die Kühlerschläche vor - Reparaturaufwand um 30€ - lässt sich mit ein bisschen Fantasie und Willen sogar häufig flicken.
Ansonsten ist der Senator, wie auch Commodore und Rekord einerseits im Regelfalle mechanisch gesund, anspruchslos und günstig und somit fraglos im Bereich der empfehlenswertesten Youngtimer auf dem deutschen Markt.
Preislich liegen Senator A und A2, ebenso wie der seltene Commodore C dieser Jahre nur unwesentlich oberhalb des Rekord, sind jedoch im Unterhalt sowohl in der Versicherung, als auch in Steuer und Verbrauch aufgrund der im Regelfalle Sechszylindrigen Motoren ein wenig teurer. Zwischen '82 und '84 war der Senator auch mit einem 115 PS starken 4 Zylinder aus dem Rekord 2.2i zu haben, der jedoch angestrengt wirkt, jedoch in jedem Falle noch dem nur 86PS schwachen Diesel vorzuziehen ist, der zudem durch einen hässlichen Buckel auf der Motorhaube auffällt.

Wer einen Senator sucht, sollte im wesentlichen auf die Vorbesitzer achten - sind die zu jung, ist Vorsicht angebracht. Auf ein Scheckheft sollte man nicht unbedingt spekulieren - der Senator-Besitzer war nicht pauschal vom selben Schlag wie die Besitzer zeitgenössischer Daimler - dafür kann man hier ein Fahrzeug in Mercedes-Qualität zu Preisen eines VW Polo bekommen, das wirklich aufgrund seiner kräftigen Motorisierungen Spaß macht, einfach zu warten und zu pflegen ist und es in den Fahrleistungen ebenso wie in der Straßenlage mit den BMWs dieser Zeit ocker aufnehmen kann - und zwar zum halben Preis, denn die ersten Exemplare gibt es ab 800€. Vor hohen Laufleistungen muss man sich dabei nicht scheuen - speziell die 3-Liter-Maschine ist ein echter Ackergaul.
Wie auch beim Commodore und vor allem beim Coupé-Bruder Opel Monza gilt zudem: Wertsteigerung garantiert!
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