1978 stand für einen Moment lang der Atem der Geländewagen-Fan-Gemeinde wie auch der gesamten Motor-Fachpresse still – tauchte doch da plötzlich aus dem fernen Russland ein Geländewagen auf, dessen aufgejazzte Fiat-Technik tatsächlich um alles ergänzt worden war, was sonst nur große oder teure Geländewagen bieten konnten – wenn überhaupt!
Der Lada Niva brachte tatsächlich permanenten Allradantrieb mit, eine Geländeuntersetzung, hohe Räder, kurze Überhänge und Böschungswinkel sowie eine Allround-Geländegänmgigkeit, die jeden Schlammgruben-Junkie der späten Siebziger erblassen ließ.
Und das beste: daran hat sich bis heute nicht das geringste geändert: den Lada gibt es in beinahe unveränderter Form bis heute.
Neu kostet er immer noch schier lächerliche ~10.000 € - gebraucht schnell weniger – auf dem grauen Markt ist er gar ab rund 6500 zu haben!
Die Geländeeigenschaften des Niva sind dabei fraglos bis heute sensationell und mittlerweile ebenso legendär, wie der zwiespältige Ruf des Lada Niva.
Einerseits ist er mechanisch nahe an unkaputtbar, was in Russischen Lastenheften stets ganz oben steht. Sein Innenleben gibt jedoch schnell den Geist auf, das Getriebe ist beleidigend hakelig zu schalten – die Untersetzung legt man gar besser zu zweit ein…
Die Elektrik macht zudem gerne mal Probleme und kann dann auch nicht gerade von jedem Dorfschmied repariert werden, da die Verkabelung des Niva nach europäischen Massstäben komplett willkürlich erscheint, was übrigens leider auch für Teile der Verarbeitung zutrifft und leider auch für die verbauten Aggregate. Da kann es dann schon mal passieren, dass man ein Ersatzteil bestellt, lange darauf wartet, nur, um dann festzustellen, dass es nicht passt...
Mit seine 80PS macht der Lada Niva zudem auf der Strasse nur eine mittelprächtige Figur – der Wagen ist laut laut laut und nochmals laut – daneben ist er nicht ebenschnell, verbraucht jedoch nur erfreuliche 9 Liter Sprit.
 Worauf muss man beim Kauf achten?
Beim Niva: Auf alles. Rost und Undichtigkeiten an allen erdenklichen Teilen sind Problem Nummer 1. Kanten, Schweller, TürUnterkanten, Bodenbleche, Spritzbleche unterhalb der Frontscheibe – beim Niva rostet im Zweifelsfalle alles.
Selbst bei Modellen, deren Mechanik noch das doppelte schaffen würde, ist hier häufig bereits das Lebensende der Karosserie erreicht oder überschritten.
Geländeausfahrten schaden dem Niva nur wenig. Kupplung, Bremsen, Lenkung gehören zum besten, was es damals gab.
Preise
Vernünftige Gebrauchte kosten etwa 4.000 € - auch für 1.500 € kann man gute bekommen – vor allem in den neuen Bundesländern, wo man sich mit der Pflege historsich bedingt einfach besser auskennt. Die Preise sind stärker von Zustand und Verhandlungsgeschick abhängig als von der Schwacke-Liste. Am besten kauft man den Niva in Großstädten wie München, Düsseldorf und Hamburg – hier nämlich will den Lada keiner so recht haben und die Besitzer verhandeln butterweich
Lebenserwartung
Linear abhängig davon, welche Pflege man dem Russen angedeihen lässt. Neben der normalen Wartung sollte man einmal im Monat nach allen Flüssigkeiten, Dichtungen und Sicherungen einmal sehen.
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