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Der Knudsen-Taunus ist längst ein Sammler-Objekt der Hip-Hop-Szene

Ein hessischer Gebirgszug ist der Namensgeber des Mittelklasse-Ford der 60er und 70er Jahre. Da das eher den Zeiten des späten Wirtschaftswundergeistes entsprach und selbst den spießigen Ford-Kleute irgendwann altbacken erschien, war Ende 1982 Schluss: der Nachfolger trug eine futuristische Karosserie und in Deutschland den Namen Sierra.
Die bis dahin gebauten Taunus' waren objektiv nicht mehr auf der Höhe der Zeit, was sie als Youngtimer sehr interessant macht, da sie aus heutiger Sicht angenehm schrullig und patiniert wirken.
Leider fahren sie sich zum Teil auch so - die Heckgetriebenen Limousinen sind eigentlich in keiner Facette des täglichen Fahrens wirkliche Musterknaben: Die veralteten Motoren brauchen mehr Sprit als die ihrer Zeitgenossen, die Wagen sind weich und dennoch unkomfortabel gefedert, selbiges gilt auch für die Sitze.
Darüber hinaus sind die 4Zylinder laut und laufen eher rau und zäh, die Sechszylinder schlucken mehr als sie leisten. Der schlimmste unter ihnen ist der 2.0-Liter V6 mit 90PS, dem man jedes andere Triebwerk vorziehen sollte - als goldene Wahl dürften für Realisten der 2.0-Liter mit 101PS gelten, für leistungsorientierte Fahrer der 2.3 V6 mit 114 [108]PS.

spiessiges Auto vor spiessigem Setting - ein 81er Taunus in gutem Zustand

Für den Taunus sprechen wie gesagt seine einmalig spießige Form wie biedere Erscheinung, die sich mit plüschigem Holzimitatambiente im Innenraum fortsetzt, das in den gut ausgestatteten GHIA-Varianten seinen Höhepunkt findet.
Der große Kombi ist mittlerweile vollkommen vom Markt verschwunden - aufgrund seines extrem hohen Wertverfalls in den 80er Jahren geriet er schnell als Verbrauchsauto in die Hände von Zeitgenossen, die ihn ruinierten, bis man ihn wegschmeissen musste und häufig Bauschutt, große Hunde mit diesen großzügig dimensionierten billigen Wagen transportierten.
Mit Ausnahme der Exemplare ab 1979, erkennbar an den breit herumgezogenen großzügigen Leuchteinheiten, neigen die Ford-Mittelklässler der 70er zu Rost - leider auch an tragenden Teilen. Innenraum in plüschiger Verneigung des US-Stils Typische Schwächen darüber hinaus:
  • Defekte Lenkgetriebe
  • Anfällige Radlager, vor allem hinten
  • Kardanwelle mit Spiel
  • Rost unter Matten und Teppichen
  • Ölverlust an Motor und Getriebe [vor allem 6 Zylinder und Automatik].
    Die Automatikgetriebe sollte man ohnehin meiden. Zwar erhöhen sie die Haltbarkeit der Motoren - ihr Schaltverhalten ist jedoch schon in den 70ern unerträglich träge und wenig nachvollziehbar gewesen - aus heutiger Sicht erträgt man das nur noch im Stadtverkehr - auf Passabfahrten beispielsweise ist es eine Beleidigung.
    Für den Taunus spricht seine übersichtliche Technik, die veralteten, jedoch technisch ausgereiften Motoren, die übersichtlich, nachvollziehbar und leicht zugänglich montiert sind. Hier hat Ford wahrlich einen Wagen abgebildet, der als Lehrstück gelten darf.
    Die Preise des Taunus, speziell des letzten Modells, ziehen in den kommenden zwei Jahren stark an.
    Heute sind gute Exemplare noch für ein paar Hundert Euro zu bekommen und erregen aufgrund ihrer Schrulligkeit bereits ziemliches Aufsehen. Sehr gute Exemplare aus Rentnerhand sind um 1500 Euro auf dem Markt und ihr Geld wert.
    Die Modelle vor 76, der sogenannte Knudsen-Taunus mit der auffälligen Nase, sind bereits in den Händen von Freaks, da sie aufgrund ihres US-nahen Erscheinungsbildes und reichhaltigen Chrom-Applikationen seit einigen Jahren bereits als Custom-Cars verwendet werden.
    Die Modelle von 1976-82 sind noch zahlreicher als man denkt und garantieren Wertsteigerung.
    Die Ersatzteilversorgung ist Problemlos. Sollte man doch einmal scheitern, so empfiehlt sich ein Blick in die Türkei. Die Firma Otosan hat den Taunus mehrere Jahre in Lizenz gebaut. Obwohl die Karosserie gegen Ende der Bauzeit modifiziert wurde, finden sich in der Türkei alle mechanischen Teile in großen Mengen zu guten Preisen.

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