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Kaufberatung > Ford > Fiesta MK1 |
Der Fiesta war in vielerlei Hinsicht ein Meilenstein. Einmal war er ein Meilenstein seiner Klasse, da er hier so ziemlich das Auto mit dem größten Innenraum war, der einen Polo oder Audi 50 locker deklassierte, was auch für den bereich der deutlich weniger anfälligen Technik gilt, die bis heute ein erstaunliches Meisterstück ist. So ist der Fiesta zwar in vielen Details schrullig, was jeder bestätigen kann, der je einen Luftfilter oder einen Scheibenwischer der ersten Serie bis 1982 wechseln musste, dennoch ist er in seiner Substand fraglos das beste Auto seiner Klasse. Wer einen Youngtimer in dieser Größe sucht, kommt daher kaum an dem kleinen Ford vorbei, der zudem durch einige Modell auf sich aufmerksam machte, die es bis dahin in dieser Klasse nicht gegeben hatte - der 84PS starke Fiesta XR2 der ersten Serie etwa war der Vorreiter einer Generation kleiner Spassmobile zu Einstiegspreisen, als VW sich noch für den eine Klasse höher angesiedelten Golf GTI feiern ließ, Opel gar für den Kadett GT/E. Dennoch war kaum ein Auto je so fest in weiblicher Hand wie der Fiesta - das ist im übrigen bis heute so und bleibt prinzipiell unerklärlich. Für den Youngtimer-Käufer jedoch erweist sich dieser Umstand als vortrefflich, wurden doch die meisten Exemplare der ersten Serie in ihren ersten beiden Leben nur über geringe Strecken bewegt und darüber hinaus - auch das bleibt ungeklärt - entschieden länger von ihren ersten beiden Besitzern behalten, als dies im Falle der Mitbewerber Polo und später Opel Corsa behauptet werden kann.
Entsprechend befindet sich der Fiesta der ersten Serie durchweg in besserem Zustand als seine Markenkollegen der 70er und 80er Jahre. Die Technik ist einfach und überschaubar und qualifiziert den Fiesta bis Baujahr 1989 als idealen Einsteiger-Youngtimer, wobei das bis 1982 gebaute Modell mit seinen zahlreichen rechten Winkeln deutlich charmanter daherkommt.  Die Ersatzteillage ist für einen Wagen dieser Größe hervorragend und disqualifiziert den Polo I vollkommen. Selbst Kleinteile wie Fensterkurbeln sind noch überall zu bekommen - ungewöhnlichere Kleinteile und Karosserieflächen gibt es zuhauf in den Niederlanden, in Dänemark und natürlich in Großbritannien, dem Entstehungsland des Fiesta, dem er die Lage seines Tanks auf der Fahrerseite verdankt, was bei den ersten Tankversuchen immer zu spektakulären Verrenkungen führt.Typische Schwachstellen: hakelige und empfindliche Schlösser kratzige Getriebe mit Probleme zwischen Gang 2 und 3 [billig zu beheben] Defekte an Wischermotoren und der Elektrik verschlissenen Stoßdämpfer Geräusche an der Vorderachse [wenn kein Spiel an den Rädern, ist dies unkritisch] von kritischen chronischen Defekten bleibt der kleine Ford im Regelfalle verschont, auch die Antriebswellen des ersten frontgetriebenen Wagens der Marke bleiben erstaunlicher Weise von größeren Defekten verschont. Darüber hinaus sind die anfallenden Defekte im Regelfalle günstig zu reparieren.  Die besten Motorisierungen sind der 53 PS Starke 1.1er und der seltene aber kräftige 66PS-Motor mit 1,3 Litern Hubraum. Letzterer hält problemlos 150.000 Kilometer, während die kleineren 40 und 45PS-Maschinen durch ihre deutlich höhere Belastung auch schon mal bei 100.000 den Geist aufgeben, nachdem sie ihr ganzes Leben nur im Stadtverkehr bis zum 3. Gang bewegt worden sind... Die XR2-Exemplare sind häufig auch in gutem Zustand zu finden, jedoch relativ selten. Grundsätzlich gilt für diese Sportmodelle seltsamer Weise, dass sie deutlich besser erhalten sind, als etwa ein Golf GTI oder ein Polo GT aus den 70er oder 80er Jahren und dadurch zwar nicht bedenkenlos aber zumindest mit geringem Risiko gekauft werden können. Die Preise liegen Ford-typisch auf verträglichem Niveau: Gute Exemplare ab ein paar hundert Euro, exzellente XR2s ab 1200. Im Moment sind speziell die Preise der XR2 bereits in einem zarten Aufwind - wer jetzt ein gutes Exemplar erwirbt, darf mit Wertsteigerung rechnen, falls es sich um ein Originalgetreues Exemplar mit den gelochten Felgen und ohne sinnlose Anbauten handelt.
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