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Ford Capri - Volkscoupés, die Erste

Motorhaube, sind wir auf dem richtigen Weg......? Exemplar der ersten Serie

Leider gab es den Capri nur von 1969 bis 1985 - er war damit das erste bürgerliche Coupé, noch vor Manta [1970] und vor Scirocco [1974] - gleichermaßen war er auch der erste von Ihnen, der wieder verschwand und das Sterben der bürgerlichen Coupés ankündigte.
Die Nachfolgenden Sportmodelle des Ford-Konzerns neigten zu einer gewissen unfreiwilligen Exklusivität und zudem zu qualitativen Mängeln, die im Regelfall auf ihrer US-Herkunft beruhten. Diese sind nicht empfehlenswert.
Im Gegensatz zu VW und OPEL siedelte Ford den Capri eine Klasse höher an und motorisierte den Wagen mit Maschinen bis zu 3 Litern Hubraum, während sich die anderen mit 2 Litern [Opel] oder gar 1,8 [VW] bescheiden mussten - das gab dem Capri einerseits ein ziemlich potentes Macho-Image, macht ihn aus heutiger Sicht jedoch auch etwas unattraktiver: Steuersätze bis rund 800€ pro Jahr fallen bei den großen Modellen ohne Kat an....

Die zweite Serie von 1974-1978. Der langweiligste und schlechteste der drei Capri

Dennoch ist der Capri eines der sammelnswertesten Autos der Siebziger und Achtziger, bei dem die Wertsteigerung bereits eingetreten ist, was vor allem für die Modelle aus der ersten Serie gilt, die heute eigentlich nicht mehr bezahlbar sind, jedoch bereits mit H-Kennzeichen gefahren werden dürfen.
Die besten Modelle sind die aus der dritten und letzten Serie. Die zweite Serie neigt zu weicher Federung und vor allem zu nicht unerheblichem Rost an alle kritischen Stellen. Die Schweller rosten bei diesen Modellen grundsätzlich, Aufhängungen und sonstige tragende Teile sind hiervon jedoch leider auch betroffen, da der Capri in erster Hand häufig nicht geschont, in zweiter nicht gepflegt wurde.

Der Jederman-Porsche der 80er Jahre: Capri 3, gebaut von 1978 bis zum bitteren Ende im Jahre 1985

Speziell die dritte Serie glänzt neben deutlich verbessertem Rostschutz auch mit besserer Ausstattung und Dingen wie Servolenkung, die man bei den älteren Modellen zum Teil sehr schmerzlich vermisst.
Im Alltag ist der Capri problemlos, da er auf Großserientechnik aus Taunus und Granada setzt. Unter der Motorhaube, die nach dem Jaguar E-Type eine der längsten je gebauten sein dürfte, ist zudem alles verständlich und gut zugänglich untergebracht - eine Freude für Alltagsarbeiten wie Zündkerzen wechseln, etc.

Gut auch an der dritten Serie: Der Capri war verhältnismäßig teuer geworden - die Tuning-Kids zogen sich daher zu Golfs, Sciroccos und Mantas zurück, was die dritte Sreie erst recht zum Tip macht.
Achten sollte man grundsätzlich dennoch auf:

  • Rost, vor allem an den Schwellern und Achsen
  • [fehlende] Eintragungen im Schein / Brief
  • Spiel in der Lenkung [vor allem Serie 1+2]
  • Ölnebel am Zylinderkopf [4-Zylinder]
  • Unsachgemäße Tuningexperimente im Bereich Vergaser / Auspuff / Ansaugtrakt / Einspritzung / Turbolader

    Hier waren der Phantasie leider häufig keine Grenzen gesetzt - selbst mit Haartrocknern [!] improvisierte Kompressoren werden angeboten.
    Die besser erhaltenen und Tuning-freien Capris sind deutlich teurer als ihre biederen Limousinen-Kollegen vom Schlage eines Taunus oder Granada und häufig bereits in der Hand von Fans oder gar Clubs. Gute Exemplare sind keinesfalls mehr unterhalb 1500€ zu finden - und das ist dann schon eher Glück, realistisch ist eher das doppelte.
    Mit einem Scheckheft sollte man dann ebenso wenig rechnen wie mit 1. oder 2. Hand. Capris gingen traditionell durch deutlich mehr Hände als die Limousinen, da sie häufig wegen Nachwuchses verkauft wurden - speziell auf den hinteren, ausgeformten Rücksitzen der Sportversionen lässt sich nämlich auch mit Mühe und gutem Willen kein Maxi-Cosi installieren...

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