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Kaufberatung > Audi > Audi 80 |
1972 war der Audi 80 das wichtigste Auto für den gesamten VW-Konzern, läutete er doch die Wende hin zum Frontantrieb ein.
Auf seiner Basis entstand kurze Zeit später der VW Passat und die konzeptionell bemerkenswert ähnlichen Derivate Scirocco und letztlich sogar der Golf, der VW pünktlich zur Ölkrise aus der Konzernkrise fuhr, die durch das ewige Festhalten am Käfer entstanden war. Wer sich heute nach einem 80er Audi umsieht, kann aus einem reichhaltigen Angebot an Youngtimern schöpfen, die sich in 3 wesentliche Phasen aufteilen: 1972-1976 für den ersten Audi 80, 76 - 78 für seine Facegeliftete Variante und 1978 - 1986 für das letzte eckige Modell. Für das erste Modell gilt: der Wagen neigt zu grauenerregendem Rost, wie so ziemlich alle Fahrzeuge rund um das Baujahr 1974. Es sind immer noch zahlreiche gepflegte, gut erhaltene Modelle auf dem Markt, was in erster Linie seinen häufig steinalten Haltern zu verdanken ist. bis auf den Rost ist alles andere okay, die robusten Motoren sind bis heute zu empfehlen. Das 55PS-Modell ist sehr verbreitet, der 1.6er mit 75 PS jedoch deutlich spritziger. Nicht zu empfehlen sind die GT bzw. GT/E-Modelle mit bis zu 105 PS - die wurden immer gequält.
Das von 1976 bis 1978 gebaute Modell des Audi 80 ist ekelerregend weich gefedert, jedoch einerseits deutlich haltbarer. Im Innenraum herrscht hier noch der sehr schön verspielte Audi-Stil mit Chromringen und der 70er-Plüschigkeit und Bedienhebeln, die in ihrer Spießigkeit ihresgleichen suchen. Die Modelle dieser Jahrgänge gibt es nur in hässlichen Farben und noch hässlicheren Innenfarben - beliebteste Farbe: GRÜN Gut erhaltene Exemplare dieses Audis findet man heute vor allem in den Niederlanden und Belgien oder auf dem Land. Die Regionen Westerwald und Siegen sind am besten sortiert.
Das 1978er Modell war eine echte Neuentwicklung, von der es heute noch die meisten und auch die besten Exemplare gibt. Mit dem 75PS-Modell kann man heute noch in jedem Verkehr locker mitschwimmen - das Fahrverhalten macht Spass. Guterhaltene Modelle bringen es noch auf 2000€ - jedoch: Der Wagen ist gerade auf dem absoluten Tiefpunkt seines Wertes, sprich: wer jetzt ein gut erhaltenes Rentnerexeplar für 6-800€ kauft, bekommt in 2 Jahren das dreifache dafür und fährt noch günstig dabei. Viele Audi 80-Fahrer haben die KAT-Umrüstaktion von 1990 durchgeführt. Meiden sollte man die Diesel und die GLE-Modelle, die pauschal in einem grundlegend schlechteren Zustand sind als alle anderen - zudem sind Reparaturen an dem nicht übermäßig spritzigen 54PS-Diesel teuer. Der 70PS-Turbodiesel ist heute nur noch in Polen zu finden. Typische Schwachstellen Auspuff Schweller-Rost Rost im Motorraum unterhalb der Frontscheibe Verschlissene Antriebswellen Verschlissene Radlager
Speziell die beiden letzten Probleme sind sehr verbreitet und typisch für frühe Frontantriebsmodelle. Radlager zu erneueren ist eher teuer - der Ersatz der Antriebswellen verschlingt rund 200€. Einen Blick sollte man beim Kauf auf jeden Fall auf die Faltenbälge werfen, die die Achse schützen und von senkrecht oben im Motorraum gut zu sehen sind. Sind diese porös, sollte man den Preis gleich um 200€ nach unten treiben. Haben die Räder spiel, sollte man gut überlegen, ob man nicht auf andere Exemplare zurückgreift oder sich nach dem deutlich solideren Jetta umsieht.
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